Der »Bibel-Prediger«

Prediger Haymo Müller

Bibel- und Gebetsstunden im Internet ...

Kleine Denkanstöße ...

... zum Thema: Fürbitte

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15. Paulus als Fürbitter

„Deswegen beuge ich meine Knie vor dem Vater, … [16] er wolle euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit verleihen, durch seinen Geist am inwendigen Menschen mit Kraft ausgerüstet zu werden, …“ (Epheser 3,14.16; H. Menge).

Wohl sehen wir in Paulus den bedeutenden Missionar, einen bevollmächtigten Prediger und großen Apostel, „der mehr gearbeitet hat“ (1.Korinther 15,10), aber seltener sehen wir in ihm den Fürbitter, der durch Gebet und Flehen jene Vollmacht begehrte und empfing, die seine ganze Tätigkeit kennzeichnete und den Gemeinden, denen er diente, den auf ihnen ruhenden Segen brachte.

Diese Sätze, die er an die Epheser schrieb (s. o.), bestätigen uns das. Ähnliches hat er auch an andere Gemeinden geschrieben – an die Thessalonicher: „Wir bitten Tag und Nacht gar sehr, dass wir sehen mögen euer Angesicht und erstatten, so etwas mangelt an eurem Glauben. … [13] dass eure Herzen gestärkt werden und unsträflich seien in der Heiligkeit vor Gott und unserem Vater auf die Zukunft unseres HErrn Jesu Christi samt allen seinen Heiligen“ (1.Thessalonicher 3,10.13); an die Römer: „Denn Gott ist mein Zeuge, welchem ich diene in meinem Geist am Evangelium von seinem Sohn, dass ich ohne Unterlass euer gedenke …“ (Römer 1,9); an die Philipper: „… welches ich allezeit tue in allem meinem Gebet für euch alle, und tue das Gebet mit Freuden, …“ (Philipper 1,4); und den Kolossern: „Derhalben auch wir von dem Tage an, da wir's gehört haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit Erkenntnis seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verständnis, …“ (Kolosser 1,9); „Ich lasse euch aber wissen, welch einen Kampf ich habe um euch und um die zu Laodizäa und alle, die meine Person im Fleisch nicht gesehen haben, …“ (Kolosser 2,1).

Tag und Nacht rief Paulus für seine Gemeinden zu Gott, er möge sie mit Licht und Kraft des Heiligen Geistes erfüllen. Und ebenso ernsthaft, wie er an die Macht seiner Fürbitte glaubte, glaubte er auch an den Segen, der ihm durch die ihrige zufallen würde: „Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch unseren HErrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes, dass ihr helft kämpfen mit Beten für mich zu Gott, …“ (Römer 15,30); „… welcher uns von solchem Tode erlöst hat und noch täglich erlöst; und wir hoffen auf ihn, er werde uns auch hinfort erlösen, [11] durch Hilfe auch eurer Fürbitte für uns, auf daß über uns für die Gabe, die uns gegeben ist, durch viel Personen viel Dank geschehe“ (2.Korinther 1,10–11); „Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wacht dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen [19] und für mich, auf dass mir gegeben werde das Wort mit freudigem Auftun meines Mundes, dass ich möge kundmachen das Geheimnis des Evangeliums, …“ (Epheser 6,18–19; vgl. Kolosser 4,3; 2.Thessalonicher 3,1). „Denn ich weiß, daß mir dies gelingt zur Seligkeit durch euer Gebet und durch Handreichung des Geistes Jesu Christi, …“ (Philipper 1,19).

Das ganze Verhältnis zwischen dem Prediger / Pastor und der Gemeinde erfordert unaufhörliches, gemeinsames Gebet. Ihre Beziehung zueinander ist geistlicher und göttlicher Art und kann nur durch anhaltendes Gebet aufrechterhalten werden. Sobald die Diener und ihre Gemeinden zu dem Bewusstsein erwachen, dass die Kraft und der Segen des Heiligen Geistes auf ihr gemeinsames und unaufhörliches Gebet warten, wird das Volk Gottes wieder zu verstehen beginnen, was pfingstliches, apostolisches Christentum ist.

„Lieber Gott und Vater! Wir bitten dich in aller Demut, gib deinem Volk in-Gnaden den Geist des Flehens und des Gebets zurück, den es verloren hat. Um Jesu Christi willen! Amen.“